Hallo Andreas(?)!
Nun, das klingt nach einer Menge "Buschwerk" auf nicht gerade ausufernder Fläche - ich nehme an, dass du 1000
qm meinst? Weil 1000
m ist irgendwie eine wenig faßbare Größe als Flächenangabe.
Okay. Ich gehe mal davon aus, dass du nicht zu den "Giftspritzteufeln" gehörst, die ihr Heil in der Chemie suchen und dabei noch das letzte bisschen Pflanzengesundheit aufs Spiel setzen. Hier - ziemlich Obstland - vergiften die jedes Jahr aufs Neue den schmalen Streifen Grasnarbe zwischen den aufgereihten Obstbäumen. Drumherum wird der Boden durch die schweren Schlepper mit ihren angehängten Mulchern x-mal verdichtet. Und jedes Jahr wieder versucht Mutter Natur diesen Schaden zu beheben. Du willst aber einen gesunden Garten, und wen ich mit der Annahme von 1000 qm richtig liege, mir die Anzahl der Obstbäume und -sträucher sowie die Anzahl der Stauden vor Augen halte, dann bleibt da nicht genug Platz um mit ´nem Schlepper durchzufahren und ähnliches Unheil anzurichten.
Bei den Obstbäumen würde ich die Baumscheiben freihalten und regelmäßig mulchen. Vom Ursprung her sind Obstbäume auch aus dem Wald bzw. vom Waldrand kommend und unter Waldbäumen findet sich normalerweise keine Grasnarbe, sondern das immer im Umbau befindliche heruntergefallene Laub und abgestorbene Äste. Doch unbedeckt ist die Baumscheibe eigentlich nie. Fast alle Bäume leben in Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen, die sich an die Wurzeln heften und diese quasi mit ihren ausufernden Pilzfäden verlängern, somit auch die Nährstoffaufnahme verbessern. Also da würde es sich schon mal anbieten eines der Mykorrhiza-Produkte anzuwenden, die es mittlerweile doch recht vielfältig gibt. Ob da Polyversum was taugt, kann ich nicht erkennen, da mir keine Beschreibung über den Pythium oligandrum vorliegt. Doch es gibt wirklich genug Mykorrhiza-Produkte und die meisten Obstbäume brauchen das. Als Mulch würde sich auf jeden Fall gut kompostierter Pferdemist (möglichst KEIN Sägemehleinstreu) in Kombination mit kompostiertem Laub eignen. Kompostiert mit Hilfe von EMs wäre noch eins obendrauf, und regelmäßige Spritzungen mit
EM 1:1000 auf Astwerk und Blätter, sowie 1:500 auf die Baumscheibe (möglichst nach Anbruch der Dämmerung wegen UV-Strahlung, die die Mikroben killen könnte - die Mikros brauchen etwa 15-30 Min. um sich einzunisten) würden nicht schaden. Bei den Stauden wäre ich mit (Pferde)Mistkompost vorsichtiger: hängt davon ab welche es sind und welchen Bodentyp sie bevorzugen - eher sauer oder lieber basisch. Eventuell verschiedene Komposte ansetzen. Immer daran denken, dass in der Natur normalerweise KEINE Fläche unbedeckt bleibt.
Auf den Gemüsebeeten ist Mulch sicherlich willkommen, aber Pferde- oder anderer Mist erst im Herbst, so dass nicht nur der Boden länger Wärme hält (und damit auch das Leben im Boden später in den winterlichen Ruhezustand fällt - Regenwürmer arbeiten länger, wenn sie es noch ´ne Weile warm haben), sondern um dem Material genug Zeit zu lassen umgebaut zu werden. Im Frühjahr die Reste abharken und auf den Komposthaufen tun. Das Jahr über tuts einfaches Strohhäcksel, idealerweise in Gemenge mit angetrocknetem Grasschnitt. Natürlich auch alle Ernterückstände. Da würde ich auch den zerkleinerten Beinwell besser angewendet sehen als als Spritzbrühe. Von Wermut lasse ich die Finger, weil... iss nicht so ganz einfach das Zeugs. Finde ich, ist aber nur so ´ne persönliche Einstellung. Brennessel ist auch nicht ganz ohne, könnte aber dem Mulch und dem Kompost beigemischt (VOR Samenstand) sehr gut mitwirken den Bodenlebewesen gute und ausreichende Nährstoffe für den Umbau und Aufbau des Bodennährstoffangebotes zu geben. Auch auf dem Mulch schaden regelmäßige oder gelegentlich "Güsse" mit EMa 1:400/1:500 sicherlich nicht, sondern können sehr hilfreich sein die Balance im Boden schneller herzustellen und länger zu erhalten.
Tip: Aus der BIPLANTOL-Palette gibt es ein Produkt namens Biplantol Mykos II (hoffe ich hab das richtig im Kopf), welches speziell für die Mykorrhizaanreicherung sein soll. Ich benutze dafür Biplantol Vital NT - das enthält 50% Mykos II und ist für mich "universeller" anwendbar, da z.B. die ganze Kohlfamilie kein Mykos braucht, diese Menge aber nicht schadet. Und ich muss nicht jedesmal ein neues Süppchen anrühren. Alle Produkte sind wohl homöopathisch, für den Bio-Anbau zertifiziert. Googlen...
Tip:
Sigemar Gruno hat schon vor einigen Jahren ein recht hilfreiches Buch veröffentlicht:
EM-Pflanzenschutz- von A wie Apfelwickler bis Z wie Zwiebelfliege, Anwendungshinweise mit Effektiven Mikroorganismen bei Schädlingen, Pflanzenkrankheiten und Problemwildkräutern. Um die 20 Euro. Googlen...
Das durchaus lesenswerte, aber englischsprachige Buch
Teaming with Microbes - The Organic Gardener´s Guide to the Soil Food Web von Jeff Lowenfels & Wayne Lewis geht im ersten Teil sehr ausführlich auf die (nicht nur mikrobiellen) Zusammenhänge des Bodenlebens ein, während im zweiten Teil ausführlich die Praxis dargestellt wird. Die beiden Autoren bevorzugen die Anwendung des Trios Kompost, Mulch und Komposttee. Alles sehr anschaulich.
Generell denke ich, dass es nicht vieler Präperate bedarf. Ist ja auch in der praktischen Anwendung wesentlich einfacher, wenn man sich auf wenige ud wesentliche beschränkt. Mit EMs geht es, in der Kombination mit Kompots und Mulch, eben ein "bisserl" schneller.
Aber du hast mir immer noch nicht mitgeteilt welche Art Boden du hast!
Gruß, Kyosan