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Pferde:Chronisch-rezidivierende Caecumsobstipation Sind EM hilfereich?

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  • Pferde:Chronisch-rezidivierende Caecumsobstipation Sind EM hilfereich?

    ... natürlich nur zur Stabilisierung der Darmflora.

    Ich bin neu hier und habe von den EMs noch keine Ahnung... ich habe nur festgestellt, dass es keine wirklich konkreten Aussagen darüber gibt, bzw. ich habe sie noch nicht gefunden.

    Ich habe ein Pferd, welches an chronisch-rezidivierender Blinddarmverstopfung leidet.

    Diese Kolikform kann kaum behandelt werden. Es gehen Nerven in der Blinddarmwand zugrunde und der Blinddarm stellt nach und nach seine Tätigkeit ein. Das Pferd verstopft sich zusehends. Ein paar mal kann die Kolik überlebt werden, einige operieren sogar, aber das kommt hier nicht in Frage.

    Die Kolikform führt nach längerer Zeit zum Tode, weil die Wand des Blinddarms härter und dicker wird und dadurch reißanfälliger.

    Da es kein Mittel zur Nervenwiederbelebung gibt, bleibt für mich nur das Mittel, die Blinddarmflora stabil zu halten. (wer doch eines kennt, soll sich melden... Akupunktur gehe ich gerade noch an!)

    Momentan kann man kaum noch typische Blinddarmgeräusche (ileocaecales Einspritzgeräusch nach 9 Minuten nicht wahrnehmbar, nur leises Plaetschern, habe dann aufgehört auszukultieren) wahrnehmen, der Rest scheint zu arbeiten, dem Pferd selber geht es insofern gut, es frisst, es kolikt nicht, bzw. wenn, dann für uns nicht sichtbar (oft sind die Symptome so mild, dass die Pferde monate bis jahrelang darauf koliken, ohne das es jemand merkt).

    Vor zwei Jahren gab es den ersten Kolikfall, der fast drei Monate dauerte und er nahm damals 100 kg ab. So richtig dick geworden ist er seit dem nie wieder, aber munter drauf momentan, er macht keinen schlechten Eindruck... aber dem Blinddarmgeräusch nach müsste er tot auf der Erde liegen....

    Das Pferd, bzw der Kot riecht momentan etwas säuerlich, der Kot ist gut geformt, mäßig feucht, gut verdaut, faserig.

    Das Pferd bekommt Heu ad lib., Mohrrüben, wenig Mineralstoff, Hafer gequetscht mit Leinsamen/Flohsamen angerührt.

    Wir weiden jetzt schon an, um ins Gras reinzuwachsen und die Umstellung vorzunehmen.

    Wie groß ist die Gefahr, die bestehende Darmflora zu schädigen durch den Einsatz von EM?

    Welche EM muss ich nehmen? Ich möchte eine Kur von 14 Tagen machen, 30 ml am Tag. Ich habe mir einen Liter bestellt vom Hansekontor in Stralsund. Es ist dort als Siliermittel deklariert.

    Eigentlich wollte ich mit Saccharomyces cervisiae arbeiten ("Yea Sacc" bzw. lebende Bierhefe) aber EM wurde mir mehr empfohlen. Für YS gibt es die Zulassung für Pferde und Rinder usw. Die Ergebnisse sind auch sehr gut, was die Stabilisierung des Pansenmilieus angeht.

    Mich würde interessieren, wie die Einstellung vorgenommen wurde, wie ich die EM aufbewahren muss, wieviel ml ich zunächst und vor allm wie ich sie geben sollte usw...

    Wie merke ich den positiven Effekt, wie negative Effekte?

    Wer hat Erfahrungen mit dem Einsatz von EM bei Kolikern... am liebsten speziell bei Blinddarmkolikern (Verstopfungen)

    Auch alle anderen Hinweise wären hilfreich. Dissertationen zum Thema Blinddarmverstopfung sind kaum zu finden und wenn, dann geht es oft nur um Chirurgie, Statistik (wieviele gestorben sind usw...), kaum um die Fütterung und Versorgung danach!

    Der Meyer ist dahingehend auch nicht aussagekräftig genug.

    Und Futtermittelfirmen haben oft zu wenig Ahnung und empfehlen ihr Müslischxxxx , welches voller Melasse und Mais und sonst was steckt... also allem, was nicht in den Blinddarm gehört...

    Gruß Syrinx.

    Übrigens, den Hinweis einen Tierarzt zu rufen, brauche ich nicht. :-)
    Zuletzt geändert von syrinx; 25.03.2009, 22:01.

  • #2
    AW: Chronisch-rezidivierende Caecumsobstipation Sind EM hilfereich?

    hallo syrinx! habe selbst eine stute, die unter chronischer blinddarmverstopfung leidet. bin beim googeln durch zufall auf diese seite gekommen bzw. auf deinen beitrag gestossen. bin bereits seit 3,5 jahren am kämpfen und kann dir insofern ein paar tipps geben. als erstes kann ich dich mal aufmuntern, denn dein pferd kann trotz dieser diagnose beschwerdenfrei leben, wenn du auf bestimmte dinge acht gibst. das wichtigste ist, den blinddarm so gut wie möglich zu entlasten. dh vermeiden dass getreidestärke und zuviel lignin reinkommt und für gleitfähigkeit des futterbreis sorgen. achtung vor werbung von futter- und zusatzfuttermittelherstellern. selten sind müslis tatsächlich leicht verdaulich und wenn dann kosten sie horrende summen. hafer ist und bleibt bis auf ein paar ausnahmen (nachweislich) das am leichtesten verdauliche kraftfutter, am allerbesten geschrotet (verdaulichkeit=98%). mehr wie 0,5 kg sollte man pro portion trotzdem nicht füttern. es gibt da noch ein kolikerfutter der marke hermes, das hab ich allerdings nie gekauft - kostet ca. 40 euro pro sack. zuviel stroh und grobstengeliges heu soll man auch möglichst vermeiden, weil die cellulose aus feinem heu leichter verdaulich ist, auch wenn weiches heu von pferden nicht so gerne gefressen wird. kann auch ruhig ein zweiter schnitt sein. heu ad libidum ist am besten, aber das machst du eh richtig. weiters ist es sehr wichtig, lebenslang (!) paraffinöl (paraffinum perliquidum) zu verabreichen. ca. 100 ml pro tag für ein 600 kg pferd reichen. paraffinöl ist absolut unschädlich und hat ggüber speiseölen den vorteil, dass es nicht verdaut wird und bis ans ende des darms als gleitmittels fungiert (speiseöle werden im dünndarm resorbiert und kommen im dickdarm meist gar nicht an) 5 liter reichen sozusagen für 2 monate und kosten ca. 20 eur. bierhefe, yoghurt, yeasec und co. sind zwar sicher nicht schädlich, kommen aber im blinddarm meist nicht mehr lebendig an. besser ist es, von einem labor eine kotanalyse machen zu lassen und dann gezielt eine autovakzine erstellen lassen - ist jedenfalls viel effizienter und kostet auch nicht mehr (gesamt ca. 50 euro) bei länger anhaltendem effekt. da meine stute auch sehr oft an durchfall und kotwasser leidet, geb ich ihr immer wieder "plantaferm" von plantavet. das ist das beste aber auch teuerste mittel am markt, um die dickdarmflora zu stabilisieren. kostet ca. 80 euro für 4 kg, ca. 50 g/tag sollte man für eine langzeitanwendung geben, in akuten fällen 2x50 g/tag, und man kommt ca. 3 monate aus. ausserdem hab ich ihr den leckstein entfernt, woraufhin das kotwasserproblem verschwunden ist. dafür kriegt sie mineralfutter, was zur heu/haferration sowieso empfehlenswert ist. worauf meine stute sehr gut angesprochen hat, war chiropraktik in verbindung mit akupunktur. die ursache für diese art von kolik lieget meist im neuralen bereich und ist deshalb so schwer bis gar nicht festzustellen. die dickdarmnerven haben ihren ursprung in der lendenwirbelsäule und verlaufen über die dickdarmgekrösewurzel links und rechts zu blinddarm bzw. dickdarm. wenn dieser nerv gereizt bzw. entzunden ist, ist die darmmotorik gestört und es kommt zur teilweisen verstopfung. weiters sorgt die verstopfung zu einer vermehrten füllung und gasentwicklung im darmabschnitt, was wiederum schmerzen am nerv verursacht. mitte nächster woche bekomme ich angaben für homöopathische mittel, die speziell für blinddarmprobleme helfen sollen. kann ich dir dann auch gerne mitteilen.

    so ich hoffe mal dir etwas weitergeholfen zu haben und freu mich natürlich auf deine antwort! liebe grüsse

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    • #3
      AW: Chronisch-rezidivierende Caecumsobstipation Sind EM hilfereich?

      Zitat von syrinx Beitrag anzeigen
      ... natürlich nur zur Stabilisierung der Darmflora.

      Ich bin neu hier und habe von den EMs noch keine Ahnung... ich habe nur festgestellt, dass es keine wirklich konkreten Aussagen darüber gibt, bzw. ich habe sie noch nicht gefunden.

      Ich habe ein Pferd, welches an chronisch-rezidivierender Blinddarmverstopfung leidet.

      Diese Kolikform kann kaum behandelt werden. Es gehen Nerven in der Blinddarmwand zugrunde und der Blinddarm stellt nach und nach seine Tätigkeit ein. Das Pferd verstopft sich zusehends. Ein paar mal kann die Kolik überlebt werden, einige operieren sogar, aber das kommt hier nicht in Frage.

      Die Kolikform führt nach längerer Zeit zum Tode, weil die Wand des Blinddarms härter und dicker wird und dadurch reißanfälliger.

      Da es kein Mittel zur Nervenwiederbelebung gibt, bleibt für mich nur das Mittel, die Blinddarmflora stabil zu halten. (wer doch eines kennt, soll sich melden... Akupunktur gehe ich gerade noch an!)

      Momentan kann man kaum noch typische Blinddarmgeräusche (ileocaecales Einspritzgeräusch nach 9 Minuten nicht wahrnehmbar, nur leises Plaetschern, habe dann aufgehört auszukultieren) wahrnehmen, der Rest scheint zu arbeiten, dem Pferd selber geht es insofern gut, es frisst, es kolikt nicht, bzw. wenn, dann für uns nicht sichtbar (oft sind die Symptome so mild, dass die Pferde monate bis jahrelang darauf koliken, ohne das es jemand merkt).

      Vor zwei Jahren gab es den ersten Kolikfall, der fast drei Monate dauerte und er nahm damals 100 kg ab. So richtig dick geworden ist er seit dem nie wieder, aber munter drauf momentan, er macht keinen schlechten Eindruck... aber dem Blinddarmgeräusch nach müsste er tot auf der Erde liegen....

      Das Pferd, bzw der Kot riecht momentan etwas säuerlich, der Kot ist gut geformt, mäßig feucht, gut verdaut, faserig.

      Das Pferd bekommt Heu ad lib., Mohrrüben, wenig Mineralstoff, Hafer gequetscht mit Leinsamen/Flohsamen angerührt.

      Wir weiden jetzt schon an, um ins Gras reinzuwachsen und die Umstellung vorzunehmen.

      Wie groß ist die Gefahr, die bestehende Darmflora zu schädigen durch den Einsatz von EM?

      Welche EM muss ich nehmen? Ich möchte eine Kur von 14 Tagen machen, 30 ml am Tag. Ich habe mir einen Liter bestellt vom Hansekontor in Stralsund. Es ist dort als Siliermittel deklariert.

      Eigentlich wollte ich mit Saccharomyces cervisiae arbeiten ("Yea Sacc" bzw. lebende Bierhefe) aber EM wurde mir mehr empfohlen. Für YS gibt es die Zulassung für Pferde und Rinder usw. Die Ergebnisse sind auch sehr gut, was die Stabilisierung des Pansenmilieus angeht.

      Mich würde interessieren, wie die Einstellung vorgenommen wurde, wie ich die EM aufbewahren muss, wieviel ml ich zunächst und vor allm wie ich sie geben sollte usw...

      Wie merke ich den positiven Effekt, wie negative Effekte?

      Wer hat Erfahrungen mit dem Einsatz von EM bei Kolikern... am liebsten speziell bei Blinddarmkolikern (Verstopfungen)

      Auch alle anderen Hinweise wären hilfreich. Dissertationen zum Thema Blinddarmverstopfung sind kaum zu finden und wenn, dann geht es oft nur um Chirurgie, Statistik (wieviele gestorben sind usw...), kaum um die Fütterung und Versorgung danach!

      Der Meyer ist dahingehend auch nicht aussagekräftig genug.

      Und Futtermittelfirmen haben oft zu wenig Ahnung und empfehlen ihr Müslischxxxx , welches voller Melasse und Mais und sonst was steckt... also allem, was nicht in den Blinddarm gehört...

      Gruß Syrinx.

      Übrigens, den Hinweis einen Tierarzt zu rufen, brauche ich nicht. :-)
      Hallo Syrinx
      Sehr interessante Antwort, die Du an Undine betr. chronischer Blinddarmverstopfung gegeben hast. Weisst Du inzwischen mehr betr. homöopathischer Mittel bei Blinddarmproblemen? Das würde mich interessieren. Vielen Dank. Jurafreak

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      • #4
        AW: Pferde:Chronisch-rezidivierende Caecumsobstipation Sind EM hilfereich?

        Hallo Undine, danke für Deine Antwort, ich war lange nicht mehr hier... aber mein Pferd lebt noch, trotzdem die Blinddarmgeräusche eigentlich so gut wie nicht vorhanden sind... (???nach 9 Minuten kein Einspritzgeräusch vorhanden nur Gluckern...???!!!) aber mein früherer Tierarzt (Schulmedvet, Osteopath und Homöopathie) sagte: das fehlende Blinddarmgeräusch ist eine Katastrophe , aber wir kurieren ja auch keine Maschinen. So gut sieht er jetzt im Winter überhaupt nicht aus.

        Warum Paraffinöl füttern, nur wegen der Gleitfähigkeit? Die Gefahr besteht, dass fettlösliche Vitamine nicht mehr aufgenommen werden. In der Schweiz ist Paraffinöl nicht mehr zugelassen für die Anwendung beim Tier. Warum, weiß ich leider nicht. Ich hätte Sorge, das bei ständiger Paraffinölfütterung die ohnehin schon geschädigte Blinddarmschleimhaut noch weniger resorbiert, da sie ständig durch P-öl verklebt werden könnte. Aber trotzdem schön, dass es bei Deinem Pferd offensichtlich problemlos klappt.
        Artus ist mager, also man sieht die Rippen, der Bauch im hinteren Bereich ist immer stark aufgeweitet vor allem auf der Blinddarmseite. Er ist zwar ein kurzes Pferd, aber er stopft sich immer ziemlich voll. Zeitweilig hatte er eine Atemfrequenz von 40/ minute... weil er sich so vollstopft und die Sachen nicht so schnell verdaut werden, schieben sich sicherlich die Darmteile gegen das Zwerchfell und drücken auf die Lunge und behindern etwas die Atmung....

        Möglicherweise kolikt er ständig oder ab und an mal nachts und das so leicht, dass man es nicht mitkriegt. Ist wohl bei vielen Blinddarmkolikern so, dass sie Jahre oder Monate vorher schon koliken...

        Man kann die Pferde im Pensionstall nicht wirklich 24 Stunden täglich beobachten und die SB melden mir schon alle Vorkommnisse, da sie sehr gute Beobachter sind. WEnn er kolikt rufen sie mich nur, wenn sie merken, die Kolik ist durch Führen nicht in den Griff zu kriegen innerhalb von zwei Stunden...

        Er ist jedenfalls auf der Koppel (offenstaller) letargischer geworden und bewegt sich kaum, guckt nur zu und frisst, was er kriegen kann. Momentan nur Hafer, Heu (mir wäre lieber er bekäme ganzjahresweide, aber in deutschland sind die weiden einfach zu klein dafür!) und Mineralstoffbriketts. Ich würde gern die präcaecale Resorbtion erhöhen durch tatsächlich leicht Verdauliches, aber wie Du schon sagst, was wirklich leicht verdaulich ist, weiß man nicht genau. Öl ist zwar gut (lein, sonnenblume, oder reis oder was auch immer) fließt es aber in den Blinddarm über stört es empfindlich die ohnehin labile Flora.
        ich dachte eventuell an Sojaschrot in Kombi mit Leinsamen... und jede Menge Mohrrüben, da die immer leicht abführende Wirkung haben, er müsste dann allerdings wirklich Mengen davon kriegen, drei Rüben bringen gar nichts, wir haben früher (80er) im Gestüt den Warmblütern kiepenweise Mohrrüben gegeben, das waren sicher zehn bis 15 kg per Day. Nun kriege mal jetzt so preiswert rüben... und lagere die noch frostfrei...

        Ich habe schon überlegt, einfach Fertig-Futter für alte Pferde zu kaufen. Magenschmerzen machen mir dann die Inhaltsstoffe, z.B. Melasse und Trockenschnitzel (in Verdacht, Magengeschwüre auszulösen) zu hoher Selengehalt usw...

        Gibt es irgendwo eine Mühle, wo man aus Einzelfuttermitteln sich selbst etwas zusammenstellen kann? Das wäre vielleicht etwas...

        Leider finde ich... weiß man noch viel zu wenig darüber, was wirklich im Darm des Pferdes mit all den Sachen passiert, was wir denen da reinstopfen...
        Vielleicht fehlt denen ja auch Rinde von bestimmten Büschen... oder so... :-?

        Interessant finde ich die Geschichte mit der Nervenentzündung... (warum haben es dann oft Traber, die nicht geritten werden=?) Bei meinem wegen Sattelpassproblemen durchaus vorstellbar, auch mein TA stimmt dem Zusammenhang zu. Andererseits ist es auch so, dass bei Blinddarmverstopfern zum Teil die Nerven in der Blinddarmwand absterben, dafür kennt man den Grund nicht, wäre für mich aber hier nachvollziehbar, da die Geräusche des Blinddarms immer weniger werden...

        Ich würde gern von Dir hören...

        Homöopathisch gabs schon was... ob es half weiß ich nicht.... ich habe noch nie eine Sofortreaktion innerhalb von wenigen Stunden gesehen! muss aber korrekt repertorisert werden, daher gebe ich hier keine Mittel weiter.

        Gruß Syrinx

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