AW: Manju und mein Darmkrebs Hallo zusammen
Ja, ich lebe noch! Ihr wart ja regelrecht fleissig mit schreiben. Danke übrigens für die vielen persönlichen Nachrichten. Bitte entschuldigt, wenn ich nicht immer sofort zurückschreibe. Zur Zeit erlebe ich halt meine zweite Geburt und die findet definitiv ausserhalb meines PC's statt. 
Zunächst mal zu meinem Gesundheitszustand. Seit Mitte Oktober 2009 hatte ich weder eine Strahlen- noch eine Chemotherapie besucht. Damals musste ich ja aus gesundheitlichen Gründen die Therapie abbrechen und stiess auf der Suche nach Alternativen auf Manju. Als ich im Dezember meinen Onkologen mit dem neuen CT zum Staunen brachte, riet man mir angesichts des verbesserten Gesundheitszustandes, die Chemo und Strahlenbehandlung umgehend wieder aufzunehmen. Angesichts der Fortschritte ohne Chemo, sah ich jedoch keinen Grund dies zu tun. Ich lehnte deshalb jegliche weiteren medizinischen Massnahmen entschieden ab und fuhr mit Manju weiter. Vor einigen Tagen war der 1.März - wo ich nach der Prognose, die mir mein Onkologe im Oktober gab, eigentlich schon lange unter der Erde liegen müsste. Tja, wies ausschaut wird daraus wohl nichts werden 
Obwohl ich seit Dezember keinen neuen Untersuch mehr hatte, bin ich mir sicher, dass sich mein Gesundheitszustand weiter verbessert hat. Ich habe wie bereits früher erwähnt, keinerlei Schmerzen mehr und fühle mich auch sonst wieder richtig energiegeladen. Am 10.März fliege ich mit meiner Frau zu meiner Tochter welche seit 5 Jahren in Kalifornien lebt. Wir werden voraussichtlich 3 Monate dort bleiben um viel Wärme zu tanken. Vor Weihnachten war meine Tochter und ihr Ehemann noch bei uns zu Besuch wo noch alles wie ein baldiger und endgültiger Abschied aussah. Es waren daher die traurigsten Weihnachten bzw. das traurigste Neujahr das ich und meine Familie je hatten. Obwohl ich es nicht ganz für realistisch hielt, versprach ich meiner Tochter damals, dass wenn es mir besser ginge, wir sie umgehend besuchen kämen. Das es tatsächlich so schnell geht, hätte ich allerdings nicht für möglich gehalten. Im Dezember ging es mir zwar schon etwas besser, doch bei längerem Sitzen, musste ich mich jeweils wegen starker Schmerzen hinlegen. Ein längerer Flug wie nach Kalifornien wäre also undenkbar gewesen. Dies hat sich in den letzten 3 Monaten radikal geändert. Heute kann ich sogar wieder längere Autofahrten ohne jegliche Schmerzen unternehmen. Natürlich weiss ich nicht, wie sich ein längerer Flug auf meinen Körper auswirken wird. Doch zur Zeit bin ich recht optimistisch. Also an alle die den Kopf bereits in den Sand gesteckt haben - glaubt nicht alles was euch der Onkologe sagt. Besonders die zum teil vernichtenden Prognosen, solltet ihr stehts mit Vorsicht geniessen. Ich selber war halt schon immer ein Querschläger und habe nie das gemacht was man mir sagte. In der Vergangenheit hat mir dies oft viel Ärger eingebracht, doch wie ihr seht, kann es auch was Gutes an sich haben.
So, dass war eigentlich bereits alles was ich euch zu meinem Gesundheitszustand zu berichten habe. Ich werde mich bestimmt nach meiner Rückkehr aus dem längeren Urlaub wieder melden und berichten. In der Zwischenzeit wünsche ich Euch allen alles Gute und viel viel KRAFT und ZUVERSICHT!
Bis dann
Eurer Reto Küng
Geändert von Reto Küng (03.03.2010 um 20:23 Uhr).
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